Zwei Perlen aus der Pflanzenwelt für mehr Power im Alltag

von Natascha von Ganski 04. Februar, 2019

 

Ginkgo biloba = Japanischer Tempelbaum / Silberaprikose und Taigawurzel

In der asiatischen Philosophie repräsentiert der Ginkgobaum, aufgrund seiner besonderen Wuchsform das Yin-Yang-Symbol und gilt somit als Zeichen der Harmonie. Aus diesem Grund, wird er auch heute noch in Tempelanlagen verehrt. Seine Entstehung wird auf die Zeit vor 280-200 Millionen Jahre geschätzt.
Der Name Ginkgo leitet sich ab von „Ginkyo“ und heißt übersetzt „Silberaprikose“. Diesen Namen verlieh der deutsche Arzt und Botaniker Engelbert Kaempfer (1651-1716) dem Ginkgo, als er ihn auf einer Reise nach Japan entdeckte. Schließlich war es Linné, welcher dem Ginkgo seine weitere namentliche Klassifizierung „biloba“ gab, was „zweilappig“ bedeutet und auf die spezielle Form der Blätter hinweist. In Japan werden die im Herbst zu Boden gefallenen Früchte des Ginkgobaumes als Snack verzehrt.

In der Heilkunde werden aus den reifen Ginkgoblättern die pharmazeutisch wirksamen Inhaltsstoffe mit Hilfe eines Aceton-Wasser-Gemisches, extrahiert. Die Darreichung als Tee ist unüblich, da die enthaltenden Ginkgolsäuren zu allergischen Reaktionen führen können.
Die Indikationen des Ginkgo beziehen sich weitestgehend auf das Gefäß- und Nervensystem.

Ein besonderes Merkmal ist die Förderung der Mikrozirkulation in den kleinsten Blutgefäßen und die darauß resultierende Steigerung der Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Desweiteren wird die Gefäßpermeabilität stabilisiert und der Gefäßtonus positiv beeinflußt. Die Folge ist eine bessere Gehirnleistung durch einen effizienteren Gehirnstoffwechsel ( Steigerung der Mitochondrienfunktion durch Bilobalid). Ginkgo wird aufgrund dessen gerne bei Schwindel und Tinnitus eingesetzt. Aber auch in der Geriatrie hat er eine feste Indikation als Nervenschützendes und dem Abbau der Nerven entgegenwirkendes pflanzliches Therapeutikum. Eine Ursache für Thrombozytenaggregation ist der PAF = Platelet-Activating-Factor. Ginkgo wirkt dieser Reaktion entgegen und kann bei peripheren arteriellen Verschlußkrankheiten unterstützend verabreicht werden.

Dr. Weiss beschreibt, daß der Ginkgo aufgrund seiner Flavonoide eine Eigenschaft als Radikalfänger besitzt. Durch Hypoxien und anderen metabolischen Störungen, wird die Bildung der freien Radikale verstärkt. Von Interesse ist das Gleichgewicht der Eicosanoide (u.a. Thromboxan, Prostaglandine, Leukotriene), die durch ein Übermaß an freien Radikalen gestört werden kann. Untersuchungen haben gezeigt, daß Ginkgoextrakte diesem Ungleichgewicht – und somit die Eliminierung der Freien Radikalen – entgegenwirkt. Dieser Effekt macht sich durch eine bessere Kapillarpermeabilität sowie eine positive Beeinflussung des Gefäßtonus bemerkbar.

Ginkgo sollte in Form von Fertigpräparaten mit standartisierten Inhaltsstoffen zur Anwendung kommen. Die Tagesdosis liegt bei 120 – 180 mg pro Tag. Bitte lassen Sie sich auch gegebenenfalls medizinisch beraten.

 

Taigawurzel = Eleutherococcus senticosus
Zwar werden in der Heilkunde viele Wurzeln verwendet, doch kaum eine wirkt so umfassend auf den ganzen Körper wie die Taigawurzel. Sie kräftigt und stärkt nicht nur allgemein, sondern unterstützt in besonderem Maße das gesamte Abwehrsystem. Während die Taigawurzel hierzulande recht wenig bekannt ist, wird sie in China und bei den Ureinwohnern der russischen Taiga schon seit Jahrhunderten als ein gebräuchliches Heilmittel eingesetzt.

Sie soll die Vitalität und die Ausdauer stärken und insbesondere geschwächte Menschen kräftigen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts begannen sowjetische Forscher die Taigawurzel genauer zu untersuchen, hier vor allem ihren immunstärkenden Effekt. Und tatsächlich konnte in Studien die besonders positive Wirkung dieser Pflanze auf das Abwehrsystem, sowie eine stressreduzierende und konzentrationsfördernde Wirkung bestätigt werden.

Da das Anwendungsspektrum der Taigawurzel dem der Ginsengwurzel ähnelt, wird die Pflanze auch als "Sibirischer Ginseng" beziehungsweise "Russischer Ginseng" bezeichnet – auch wenn sich die beiden Pflanzen in den Inhaltsstoffen gänzlich voneinander unterscheiden. Als preisgünstiger Ersatz werden Ginsengpräparate nicht selten mit Taigawurzel verfälscht.

Die Taigawurzel ist ein Araliengewächs und damit interessanterweise mit dem Efeu verwandt. Der Strauch wird bis zu 7 Meter hoch, er hat stachelig gesägte Blätter, die vermutlich für den Artnamen (lat. senticosus = dornig, stachelig) verantwortlich sind. Er ist vor allem verbreitet im Osten Sibiriens, in China, Japan und Korea. Die eher fade schmeckenden Wurzeln werden gegen Ende der Vegetationsperiode ausgegraben, gereinigt und getrocknet. Während früher der Wildbestand gesammelt wurde, stammen die Wurzeln für Arzneizwecke heute aus Kulturen.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung
Die Taigawurzel enthält sogenannte Eleutheroside, die ein Gemisch chemisch unterschiedlicher Verbindungen darstellen und für alle, die es ganz genau wissen möchten: Phenylpropanabkömmlinge, Kaffeesäureabkömmlinge (wie Chlorogensäure), Lignane, Sitosterolglucosid, Cumarinabkömmlinge und Polysaccharide.

Die Inhaltsstoffe Der Taigawurzel tragen zur Stärkung des Abwehrsystems bei und erhöhen die Belastbarkeit in Stresssituationen, indem sie die Adrenalinausschüttung vermindern. Zugleich verbessern sie die geistige Leistungsfähigkeit. Schließlich lässt sich mit der Taigawurzel auch Virusinfektionen vorbeugen, weshalb die Wurzel prädestiniert ist für die Vorbeugung von grippalen Infekten gerade in der kalten Jahreszeit.

Nicht zuletzt wirkt die Taigawurzel noch antioxidativ, das heißt, sie fängt freie Radikale ab, die Zellen zerstören. Mit diesen Eigenschaften hat die Taigawurzel einen ähnlichen Stellenwert in der Pflanzenheilkunde wie die Ginsengwurzel und ist eine preiswerte Alternative zu dieser.

Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung der Taigawurzel bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, insbesondere auch in der Genesungsphase nach einer Krankheit. Des Weiteren kommt sie zum Einsatz bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Die Taigawurzel wird zur Stärkung des Immunsystems und der Leistungsfähigkeit üblicherweise als Fertigpräparate in Tropfen- oder Kapselform angeboten.

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Natascha von Ganski
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