Wenn kein Löffelchen voll Zucker bittere Medizin versüßt

von Natascha von Ganski 01. November, 2018

Zugegeben, bittere Medizin schluckt man nicht gerne. Hat sich allerdings unsere Zunge erst einmal an das bittere Geschmackserlebnis gewöhnt (und das geht sehr viel schneller als man denkt), mag man nicht mehr darauf verzichten. Unser Körper braucht Bitterstoffe! Zu wenig Bitteres in unserer Nahrung in Kombination mit Stress im Alltag, führen bei vielen Menschen zu Verdauungsbeschwerden mit Übelkeit, Blähungen, Verstopfung und Krämpfen. Ergänzen Sie doch Ihren Speiseplan mit ein wenig mehr Bitterem, wie etwa Radicchio oder Chicoree oder versuchen Sie es einmal mit einem Grapefruit-Drink gegen das nachmittägliche Konzentrationstief, anstelle eines Kaffees!

Und Bitteres kann noch viel mehr. Es schützt auch vor Blutarmut, hängt doch eine gesunde Blutbildung unter anderem von einer gut funktionierenden Magentätigkeit ab und die wiederum wird durch Bitterstoffe günstig beeinflusst. Zudem aktiviert Bitteres das Immunsystem und schützt so vor Ansteckung. Denn die in der Dünndarmschleimhaut verteilten Lymphfollikel (Peyerschen Plaques) reagieren auf Bitteres mit einer Aktivierung des Immunsystems.

Nehmen Sie ruhig täglich Bitteres zu sich. Ihre Leber wird es Ihnen mit besserer Laune danken! In der Volksheilkunde wird die Leber seit jeher als das Lebensorgan bezeichnet. Und das nicht ohne Grund: Unermüdlich baut sie für uns schädliche Stoffe ab und liefert lebensnotwendige Grundbausteine, die unser Körper für das Überleben benötigt. Bitterstoffe, wie die Mariendistelsamen, unterstützen die Leber dabei wichtige Stoffwechselendprodukte ausscheidungsfähig zu machen und sie regenerieren sogar geschädigte Zellen. Knabbern Sie anstatt Schokolade lieber ein bis drei Teelöffel Samen täglich nebenbei am Schreibtisch und für Ihre gute Laune ist gesorgt!

Ein paar Bittertipps:

  • Ingwer enthält so genannte bittere Scharfstoffe und zählt zu den beliebtesten Bitterlieferanten. Selbst im Büro lässt sich leicht Ingwerwasser zubereiten: fünf bis zehn Scheiben ungeschälten Ingwer in eine Kanne geben und mit kochendem Wasser übergießen – fertig.
  • Ein bis drei Teelöffel Mariendistelsamen, so ganz nebenbei geknabbert, sorgen für die tägliche Extraportion Leberpflege.
  • Essen Sie vor der Mittagspause ein paar Chicoreeblätter. Die freigesetzten Bitterstoffe aktivieren das Immunsystem und helfen der Verdauung. So können Sie das Nachmittagstief nach dem Mittagessen vermeiden.
  • Kurkuma und Galgant gehören zur gleichen Familie wie Ingwer. Auch sie besitzen neben ihrer Schärfe Bitterstoffe. Man findet sie als Pulver im Gewürzregal in Kräuterhäusern oder im Biosupermarkt. Sie passen hervorragend in viele Saucen und Suppen oder in den Smoothie.
  • Wenn Sie einen Garten haben, dann schmeißen Sie in Zukunft Löwenzahn nicht mehr auf den Kompost, sondern ergänzen Sie Ihren Salat mit einigen zarten Löwenzahnblättern! Dieses alte Wildkraut wird in der Volksheilkunde als grosses Leber- und Nierentonikum geschätzt.

Bitterstoffe dürfen nicht eingenommen werden:

  • In der Schwangerschaft dürfen Bitterstoffe nicht eingenommen werden, da sie die glatte Muskulatur anregen. Hierzu gehört, wie der Magen und andere Verdauungsorgane auch die Gebärmutter und es kann zu vorzeitiger Wehentätigkeit kommen.
  • Bei einer akuten Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Denn durch die Bitterstoffe wird die Salzsäureproduktion im Magen angeregt, die eine entzündete Magenschleimhaut schädigt.
  • Bei Gallenblasenbeschwerden und/oder Gallensteine.

 

 

 




Natascha von Ganski
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