Was Achtsamkeit bedeutet und wie sie zu mehr Ruhe verhilft

“Achtsamkeit gegenüber sich selbst bedeutet, aus den riesigen zur Verfügung stehenden Mitteln ebenjenes zu gebrauchen, das der Situation angepasst ist“ (Moestl, 2008, S.41).

Das dargestellte Zitat von Bernhard Moestl verdeutlicht, dass es bei der Achtsamkeit im Kern darum geht, im Hier und Jetzt zu leben und sich einer Situation vollständig hinzugeben. Dabei ist es sinnvoll, sich auf sich selbst einzulassen und blockierende Gedanken loszulassen.

Achtsamkeit beschreibt die Kunst, neugierig und objektiv einer Situation oder Handlung entgegen zu treten und alle sich abspielenden Ereignisse offen wahrzunehmen, ohne zu bewerten.

Oftmals wird Achtsamkeit mit dem Begriff „Meditation“ gleichgesetzt. Das hängt damit zusammen, dass sich diese beiden Techniken ähnlicher Abläufe bedienen. So geht es bei beiden Techniken, um die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, wahrzunehmen und seinen sprunghaften Geist zu beruhigen.

 

Junge, gesunde Frau, die bei Sonnenuntergang Yoga am Strand praktiziert @shutterstock

 

Auch Wenn „Meditation“ häufig als Synonym für „Achtsamkeit“ verwendet wird, geht es bei der Meditation viel eher um Konzentrationstechniken, während es bei der Achtsamkeit speziell darum geht, die Wahrnehmung zu schulen. Ein großer Vorteil dieser Wahrnehmungstechnik ist, dass sich diese überall praktizieren lässt. Egal ob beim Zeitung lesen, in einer Unterhaltung, beim Spazieren gehen oder bei einer Tasse Tee. Überall ist es möglich, Gedanken, Gefühle, Gerüche und Emotionen wahrzunehmen. Versuche dich nächstes Mal bei einer heißen Tasse Tee, auf den Geschmack des Tees zu konzentrieren, die Temperatur des Wassers mit deinem Mund wahrzunehmen oder die Gerüche der enthaltenen Inhaltsstoffe, die durch den Dampf freigesetzt werden, einzuatmen.

„Bei der Achtsamkeit bleibst du im aktuellen Moment und nimmst wahr – wie es dir jetzt gerade geht, was du fühlst, siehst, riechst, hörst“ (Halm, o.J.).

Wusstest du, dass der Vorgang der erhöhten Achtsamkeit viele verschiedene positive Einflüsse auf unsere geistige und körperliche Gesundheit haben kann?

Aus diesem Grund werden Achtsamkeitsübungen in der Therapie eingesetzt. Beispielsweise zum Stressabbau, zur Schmerzlinderung, um Angststörungen zu lindern oder Depressionen zu reduzieren (Wolf, 2020).

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der einem das Gefühl gegeben wird, ständig und überall abrufbereit sein zu müssen. Morgens schnell aus dem Bett hetzen wir ins Badezimmer und von da aus ins Büro. Nach der Arbeit schnell noch einkaufen, das Kind abholen, zum Arzt fahren, zu Hause häuft sich der Wäscheberg und der Sport darf auch nicht zu kurz kommen.

Wir sind täglich hohen beruflichen Anforderungen ausgesetzt, die Termine häufen und die To-Do-Listen läppern sich. Wir hetzen von einem Ort zum anderen und stehen dabei ständig unter Stress.

Oft kommt Stress daher, dass man das Gefühl hat, an einem anderen Ort, als der an dem man gerade ist sein zu müssen. Dabei kann sich anhaltender Stress negativ auf die Gesundheit auswirken. Umso wichtiger ist es, zwischendurch ein paar Mal tief ein- und auszuatmen und den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, um zu mehr Ruhe im Alltag zu gelangen.

 

Quellenangaben:

Moestl, B. (2008). Shaolin. Du musst nicht kämpfen, um zu siegen. Knaur Verlag.

Halm, L. (o.J.). Achtsamkeit und Meditation: Was ist der Unterschied?. Abgerufen am 22.07.2020 von https://anti-stress-team.de/blog/auszeiten/achtsamkeit meditation

Wolf, D. (2020). Was versteht man unter Achtsamkeit?. Abgerufen am 23.07.2020 von https://www.palverlag.de/lebenshilfe-abc/achtsamkeit.html