Kopfschmerzen und Migräne durch Lebensmittelzusätze?

von Natascha von Ganski 01. November, 2018

So gut wie jeder kennt sie. Manch einer fürchtet sie. Wenn man sie nicht in den Griff bekommt, zwingen sie einen in die Knie. Die Ursachen sind so vielfältig, wie die Heftigkeit der Kopfschmerzen. Während leichte Kopfschmerzen einigermaßen auszuhalten sind, sieht es mit einer saftigen Migräne schon ganz anders aus. Eine Migräne spürt man oft bereits Stunden vorher kommen, wenn die Schmerzen anfangen sich im Kopf auszubreiten.

Was sind die Ursachen von Migräne und Kopfschmerzen?

 

Die wahren Ursachen für das Entstehen von Kopfschmerzen, bzw. einer Migräne sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Die Schulmedizin unterscheidet zwischen einem sogenannten primären und sekundären Kopfschmerz. Sekundärer Kopfschmerz tritt als Folge einer bereits bestehenden Krankheit oder einer akuten Kopfverletzung auf, ebenso bei Virusinfektionen mit Fieber, bei Nasennebenhöhlenentzündung, einem Bandscheibenvorfall und chronischen Leiden, wie Bluthochdruck und Asthma. Unter dieser Art Kopfschmerz leidet etwa zehn Prozent der Bevölkerung.

 

Sehr viel öfter liegt die Ursache für Kopfschmerz jedoch im Alltag, wie etwa zu wenig Schlaf, weil das spontane Treffen mit Freunden in Kombination mit einem zu tiefen Blick in das Weinglas bis weit in die Nacht gereicht hat. Mangelnde Bewegung und eine einseitige Körperhaltung am Arbeitsplatz, sowie starke hormonelle Schwankungen der Frau sind weitere Faktoren, die Kopfschmerzen begünstigen.

 

Nicht zu vernachlässigen sind auch die sogenannten Triggerfaktoren, wie schnelle Lichtreflexe und bestimmte Nahrungsmittel oder Lebensmittelzusätze. Interessant in diesem Zuammenhang ist, dass die Erwartungshaltung bezüglich des Schmerzes, bei Lebensmittelunverträglichkeiten besonders hoch ist.

 

Migräne durch Lebensmittelzusätze?

 

Wenn Sie nach einer vorzüglichen, französischen Käseplatte unter heftigen Kopfschmerzen oder gar einer Migräne leiden, dann kann es entweder am Rotwein liegen, dem Sie nicht widerstehen konnten und von dem Sie sich ein Glas zu viel gegönnt haben. Es kann aber auch sein, dass die im Käse und Rotwein enthaltenen sogenannten biogenen Amine Histamin und Tyramin daran schuld sind. Das sind zwei häufig vorkommende, natürliche Eiweißbausteine.

Lebensmittel, die mittels Fermentation oder Gärung zur Reife gebracht werden, enthalten recht viele dieser biogenen Amine. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Sauerkraut, Gewürzgurken, Käse oder Rotwein und Schokolade. Biogene Amine kommen allerdings auch in unbehandelten Lebensmitteln vor, wie in Tomaten, Avocado, Hülsenfrüchte und Nüssen und werden unterschiedlich gut vertragen. Eigentlich dürften weder Tyramin noch Histamin Beschwerden bereiten, denn sie sind ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers und haben verschiedene Funktionen inne. Tyramin ist ein Neurotransmitter (Neurotransmitter vermitteln Reize über Nervenzellen), der die Blutgefäße verengt, wodurch der Blutdruck steigt. Das über die Nahrung aufgenommene Tyramin, wird dabei so schnell vom im Körper befindlichen Enzym MAO (Monoaminooxidase) wieder abgebaut, so dass es ohne Wirkung bleibt.

 

Gleiches gilt für Histamin. Es ist ebenfalls ein Neurotransmitter und zusätzlich als Gewebshormon an wichtigen Abwehrfunktionen des Körpers beteiligt. Wird Histamin im Körper aktiviert, weiten sich die Blutgefäße, was u.a. das Austreten von Gewebeflüssigkeit zur Folge hat. Wenn unsere Haut nach einer kleinen Verletzung oder bei einem Mückenstich anschwillt, ist Histamin dafür verantwortlich. Das ist ein ganz natürlicher und vor allem wichtiger Vorgang, damit Heilungsprozesse schneller in Gang gesetzt werden.

Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Überempfindlichkeit gegenüber Histamin entwickeln, reagieren entweder mit Schwellungen der Haut und Schleimhäute oder sie leiden an Migräne.

 

Worin unterscheidet sich eigentlich eine Migräne von Kopfschmerzen?

 

Grundsätzlich ist von einer Migräne die Rede, wenn der Kopfschmerz so stark ist, dass jede Bewegung die Schmerzen verschlimmert und Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche, aber auch künstliche Düfte (z.B. Parfum) nicht ertragen werden. Meist wird eine Migräne von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Aufgrund der symptomatischen Beteiligung des vegetativen Nervensystems, wird die Migräne den neurologischen Erkrankungen zugeordnet.

 

Kopfschmerzen bessern sich häufig bei leichter Bewegung, durch einen Spaziergang an der frischen Luft, und lassen nach einigen Stunden oftmals von alleine nach. Eine Migräne hingegen kann sich bis zu drei Tage hinziehen.

 

Etwa 80 Prozent der Bevölkerung bestätigte in einer Umfrage, dass Stress der Hauptauslöser für ihre Migräne und Kopfschmerzen ist. Da Stress keine Ursache, sondern eine Reaktion auf etwas ist, hilft es sich bewusst zu machen, was den Stress ausgelöst hat. Was wäre vermeidbar gewesen und wie kann man einen entspannteren Umgang mit herausfordernden Situationen lernen? Entspannungstechniken helfen den Körper wieder besser wahrzunehmen, sie sind leicht umsetzbar und können bei regelmäßiger Anwendung das Auftreten und die Intensität einer Migräne lindern.

 

Wenn Sie beruflich stark eingespannt sind oder die meiste Zeit des Tages am Schreibtisch verbringen, schützen kurze Unterbrechungen mit gezielten Lockerungs-Bewegungen vor Muskelverspannungen. Lassen Sie zudem öfters den Blick in die Ferne schweifen, damit sich Ihre Augen vom Computerbildschirm erholen können. Öffnen Sie bei dieser Gelegenheit das Fenster und gönnen Sie sich eine Brise frische Luft. Atmen Sie einige Male tief ein und wieder aus.

 

Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen oder Migräne sollten Sie aber auch den Gang zum Optiker und Zahnarzt in Erwägung ziehen. Denn bereits leichte Sehstörungen, unentdeckte Entzündungsherde oder Zähneknirschen, können die Ursache für Kopfschmerzen sein.

 




Natascha von Ganski
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