Eiweiss - der unterschätzte Nährstoff

von Natascha von Ganski 25. Februar, 2019

Wenn sie von einer Infektion in die nächste stolpern und eine Schublade voller Vitaminpülverchen oder Nahrungsergänzungsmittel Ihnen nicht auf die Beine helfen, dann könnte dies an zu wenig Eiweiß in der täglichen Ernährung liegen.

 

So gut wie nichts im Körper läuft ohne diesen Lebensbaustein ab. Sogar an unserer Stimmung ist er beteiligt. Eiweiße (Proteine) bestehen aus langen Aminosäureketten. Das "Glückshormon" Serotonin beispielsweise wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet, das wir ausschließlich über die Nahrung erhalten.

 

EiweissProteine werden aus vielen verschiedenen Aminosäuren zusammengesetzt und erfüllen zahlreiche Aufgaben im Körper. Für den Aufbau der Haut, Sehnen und Gelenke, ist das sogenannte Struktureiweiß verantwortlich. Nur durch dieses spezielle Eiweiß erhält unser Bindegewebe Form und Stabilität.

Auch
Enzyme sind aus langkettigen Proteinen zusammengesetzt. Ohne sie würde kein einziger Stoffwechselforgang in unserem Körper ablaufen und unsere Nahrung würde anstatt innerhalb von Stunden, erst viele Monate später den Körper verlassen.

Entzündungshemmende Enzyme aus Papaya und Ananas fördern den Aufbau körpereigener Proteine indem sie helfen, die mit der Nahrung aufgenommenen Proteine im Körper besser zu verstoffwechseln und die dadurch freigewordenen Aminosäuren als Baustein für Proteine mit besonderen Aufgaben zu nutzen.


Unser Blutzuckerspiegel wird von dem in der Bauchspeicheldrüse hergestellten Hormon Insulin reguliert. So ist Insulin und viele weitere Hormone aus Eiweißen zusammengesetzt.

 

Alle Vorgänge, die für ein funktionierendes Immunsystem verantwortlich sind, stehen mit Proteinen in Verbindung. Antikörper, die aus Proteinen zusammengesetzt sind, erkennen körperfremde Strukturen, wie Viren, Bakterien oder Pilze und bekämpfen sie. Sie werden auch als Immunglobuline bezeichnet und sind in nahezu allen Körperflüssigkeiten nachweisbar.

Im Kampf gegen eine Vielzahl von Erregern, wie etwa bei einer Grippe, benötigt unser Körper bis zu 30% mehr Eiweiß als regulär empfohlen wird!

 

Wieivel Eiweiß benötigen wir und wo ist es enthalten
Ernährungswissenschaftler empfehlen einem Erwachsenen, die tägliche Aufnahme von etwa 1 gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht 80 gramm Eiweiß, bei einem Gewicht von 80 Kilogramm.

 

Man unterscheidet Proteine mit einer hohen und einer niedrigen biologischen Wertigkeit. Eiweiße tierischen Ursprungs, wie Milchprodukte, Eier und Fleisch besitzen aufgrund der Ähnlichkeit des Aminosäuremusters zum menschlichen Protein eine hohe biologische Wertigkeit und sind deshalb schneller und leichter für den Körper verwertbar, als Proteine pflanzlicher Herkunft. Interessant ist, dass pflanzliche Eiweißquellen im Vergleich zu tierischen oftmals einen höheren Anteil an Eiweiß aufweisen.

 

 

Pflanzliche und tierische Eiweißquellen (je 100 gramm):

 

 

Kürbiskerne 37 gramm

Sonnenblumenkerne 26 gramm

Cashewkerne 18 gramm

Buchweizen 9 gramm

Sojabohnen 35 gramm

Linsen 24 gramm


Milch 3 gramm

Quark 12 gramm
Skyr 11 gramm
Eier 7 gramm

Rindfleisch 30 gramm

Fisch 15 gramm

 

Woran erkenne ich einen Mangel an Eiweiß

Es ist doch erstaunlich, dass Proteine maßgeblich am Aufbau und Erhalt nahezu aller Zellen in unserem Körper verantwortlich sind. Sie bilden zu einem Großteil unser Immunsystem, transportieren lebenswichtige Hormone und Sauerstoff in alle Winkel, geben uns Kraft, weil sie unsere Muskeln aufbauen und machen und sind sogar an unserer Stimmung beteiligt.

Der Ausspruch "Du bist was du isst!" erhält wieder eine sinnhaftere und tiefere Bedeutung. Als "Baustein allen Lebens", wie Eiweiß auch bezeichnet wird, sollte dieser Hauptnährstoff mehr in das Bewusstsein rücken.

Führen sie doch einmal für ein bis zwei Wochen ein Tagebuch, indem sie ihre tägliche Eiweißzufuhr festhalten. In vielen Fällen reicht diese nämlich nicht an die empfohlene Tagesmenge von einem gramm Eiweiß heran.

 

Wann sollte auf zuviel Eiweiß verzichtet werden

Nicht mehr benötigtes Eiweiß wird vom Körper abgebaut und über die Nieren und den Urin ausgeschieden. Menschen mit einer chronischen Stoffwechselstörung oder einer Nierenschwäche sowie chronische Nierenbeschwerden, sollten mit der Eiweißaufnahme sorgsam umgehen und sich medizischen Rat einholen um ihre Nieren nicht unnötig durch eine Mehrbelastung zu schädigen.

 




Natascha von Ganski
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