Diese Heilpflanzen trotzen Erkältungen

von Natascha von Ganski 26. November, 2018

Stress und Ärger lähmen unser Immunsystem, das ist wissenschaftlich erwiesen. Wenn dann auch noch die Keimzahl in Ihrer direkten Umgebung besonders hoch ist, wie beispielsweise im Büro oder in öffentlichen Gebäuden, steigt die Ansteckungsgefahr mit Viren und Bakterien stark an. Pflanzliche Heilmittel helfen in der dunklen und nasskalten Jahreszeit Erkältungen vorzubeugen und bestehende Infektionen der Atemwege schneller in den Griff zu bekommen, indem sie das Immunsystem stärken. Leider ist es nicht immer möglich, im Alltag die nötige Vorsorge zu treffen und sich bei den ersten Symptomen einer sich anbahnenden Infektion zurückzuziehen. Sie können aber ihr körperliches Abwehrsystem mithilfe pflanzlicher Heilmittel unterstützen.

Schnupfen - Husten - Halskratzen vorbeugen

Die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) kräftigt nachweislich das Immunsystem und fördert die Regeneration in stressigen Zeiten. Studien haben gezeigt, dass dank der Taigawurzel die Anzahl und die Aktivitäten der Lymphozyten im Körper ansteigen und gleichzeitig die Vermehrung von Viren gehemmt wird. Damit es jedoch in der kalten Jahreszeit erst gar nicht zu einer ausgeprägten Erkältung kommt, hilft Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), indem die Abwehrzellen des Körpers aktiviert und Botenstoffe, die Entzündungen hervorrufen, gehemmt werden. Die große Stärke des Sonnenhuts liegt in der Vorbeugung. Ist der Husten bereits in vollem Gang, sollten andere pflanzliche Heilmittel zum Einsatz kommen. Echinacea entfaltet seine volle Wirkung bei kurmäßger Einnahme am besten als Tinktur, die Sie in jeder Apotheke erhalten.

Ein Beispiel aus der Praxis:
An fünf aufeinanderfolgenden Tagen drei Mal täglich 30 bis 50 Tropfen mit etwas Wasser einnehmen, zwei Tage pausieren und dann die Einnahme an den folgenden fünf Tagen wiederholen. Die Einnhamepause sollte unbedingt befolgt werden, da sich in dieser Phase die "Reservekammern" des Immunsystem wieder füllen.

 

 

 

Gewürze, die den Stoffwechsel anregen

Auch mit Gewürzen können Sie Ihr Immunsystem hervorragend unterstützen. Nutzen Sie deshalb aromatische Gewürze nicht ausschließlich um Ihre Mahlzeit zu verfeinern. Würzige "Scharfmacher", wie Pfeffer, Chili und Ingwer, sowie Meerrettich können vor einer Erkältung schützen. Sie erwärmen den Körper von innen und aktivieren die Ausschüttung abwehrsteigernder Zellen.

Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung

Die ersten Anzeichen einer Erkältung machen sich oftmals bemerkbar durch eine triefende Nase, Kopfschmerzen und Halskratzen, sowie Lustlosigkeit. Wenn Echinacea und Taigawurzel das Eindringen der Erkältungsviren und Bakterien nicht verhindern konnten, helfen eine vielzahl weiterer Phytotherapeutika, lästige Symptome zu lindern und den Heilungsprozess rasch in Gang zu bringen. So ist Schwitzen in der Volksheilkunde eine bewährte Methode, um den Stoffwechsel des Körpers - und damit auch das Immunsystem - anzuregen. Und tatsächlich habe ich mithilfe eines Tees aus Holunder- und Lindenblüten gute Erfahrungen in meiner Praxis gemacht.

Lassen Sie sich in der Apotheke folgende Tee-Mischung anfertigen:
40 Gramm Holunderblüten
30 Gramm Lindenblüten
30 Gramm Thymiankraut
Für die Anwendung 1-2 TL der Teemischung mit 250 ml nicht mehr kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 7 bis 12 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abseihen und täglich 2 bis 4 Tassen Tee trinken.
Die beste Wirkung erzielen Sie, wenn der Tee so heiß wie möglich getrunken wird und Sie sich zugedeckt im Bett oder auf dem Sofa befinden. Kommen Sie dabei ruhig ins Schwitzen, denn genau das ist erwünscht.

Kratzen im Hals

Ist eine Erkältung in Anmarsch, so kündigt sich diese oft mit unangenehmen Halskratzen und einer Rachenentzündung an. Heilpflanzen, wie etwa der gerbstoffhaltige Salbei (Salvia off.), besitzen mild-schmerzlindernde Eigenschaften und hemmen die Entzündung, sowie das Eindringen der Erreger in den Organismus, indem sie die Eiweißstruktur der Zellen in der Rachenschleimhaut verändern und hierdurch abdichtend wirken.

Schleimstoffhaltige Heilpflanzen, wie Eibischwurzel, Süßholzwurzel, Kamillenblüten und Isländisch Moos, lindern das unangenehmene Kratzen im Hals und wirken ebenfalls schmerzlindernd, indem sich ihre Wirkstoffe wie eine Schutzschicht über die gereizte Hals- und Rachenschleimhaut legen.

Mit Salbei und Kamillenblüten gurgeln
In der Apotheke mischen lassen:
50 Gramm Salbeiblätter
30 Gramm Kamillenblüten
Anwendung:
3 gehäufte Esslöffel der Teemischung mit 500 ml nicht mehr kochendem Wasser übergießen und 7 bis 12 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb abseihen. Den Tee morgens zubereiten und über den Tag verteilt mehrmals damit gurgeln.

Teemischung mit schützenden Schleimstoffen:
45 Gramm Eibischwurzel
25 Gramm Kamillenblüten
30 Gramm Holunderblüten

Für die Anwendung 1-2 TL der Teemischung mit 250 ml nicht mehr kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 7 bis 12 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abseihen und täglich 2 bis 4 Tassen Tee trinken.

Pflanzliche Hilfe bei Husten

ist das Symptom einer Entzündung der Bronchien oder Lungen. Es ist ein natürlicher Schutzmechanismus die Atemwege von Fremdkörpern zu befreien. Als "unproduktiv" wird Husten bezeichnet, der trocken ist und die Rachenschleimhaut unangenehm reizt. Bei vorangeschrittener Erkältung wird Schleim abgehustet, der allerdings manchmal unangenehm festsitzt. Pflanzen können helfen, die Bronchien darin zu unterstützen, den Schleim besser hinauszutransportieren. Anis, Fenchel und Thymian verbessern die "Schlagkraft" der Flimmerhärchen, die in den Bronchien sitzen und sorgen dafür, dass der Schleim Richtung Rachen transportiert wird. Saponine, die in der Süßholzwurzel und Schlüsselblume vorkommen, verflüssigen festsitzenden Schleim und unterstützen somit das leichtere Abhusten.

Teemischung bei Husten mit festsitzendem Schleim
20 Gramm Anisfrüchte
20 Gramm Fenchelfrüchte
30 Gramm Thymiankraut
30 Gramm Süßholzwurzel

Für die Anwendung 1-2 TL der Teemischung mit 250 ml nicht mehr kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 7 bis 12 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb abseihen.Täglich 2 bis 4 Tassen Tee trinken.


Natascha von Ganski
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