Die Haut als Teil unseres Immunsystems

von Natascha von Ganski 25. Januar, 2019


Der erste Schutzwall unseres Immunsystems sind die Atemwege. Weniger Beachtung hingegen erfährt die Haut. Sowohl die äußeren als auch inneren Oberflächen, bilden ein dichtes Netzwerk aus spezialisierten Zellen (alpha- oder beta-Defensine), mit keimhemmenden Eigenschaften.

Besondere Zuwendung sollte unsere Haut deshalb auch in der kalten Jahreszeit erfahren. Denn der Wechsel zwischen warmer, trockener Heizungsluft und klirrender Kälte, erfordert eine besondere Pflege.

Die Haut ist das größte Organ des Menschen

Die Haut schützt vor allem das Körperinnere vor äußeren Einflüssen, sorgt aber gleichzeitig auch für den Austausch zwischen außen und innen. Sie ist etwa 1,5 bis 4 Millimeter dick und besteht aus Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Mit einem Gewicht von 3,5 bis 10 Kilogramm ist sie das größte Organ des Menschen. Sie reguliert die Körpertemperatur, indem sie bei Wärme vermehrt Feuchtigkeit bildet (schwitzt) oder bei Kälte ihre Poren verschließt (Gänsehaut). Über die Poren werden auch Stoffwechselprodukte ausgeschieden. Der sogenannte Säureschutzmantel, der zusammen mit einer einfettenden Talgschicht die äußere Schicht der Haut bildet, hat vor allem die Aufgabe, gesundheitsschädliche Bakterien, Viren und Pilze abzuwehren. Da die Fettproduktion unter anderem von Hormonen reguliert wird, zeigen sich Veränderungen im Hormonhaushalt auch meist rasch in einer Veränderung des Hautbildes. Um alle diese wichtige Funktionen der Haut nicht zu behindern, benötigt sie die passende Pflege.

Sowohl fette pflanzliche Öle als auch ätherische Öle, schützen die Haut und wirken zugleich wundheilungsfördernd (epithelisierend) und kräftigend (immunmodulierend), so haben Keime aus der Umwelt keine Chance sich zu vermehren.

Hautpflegeprodukte sollten keine Fette aus Mineralölen (Paraffine) enthalten. Diese Fette können nicht komplett von der Haut verstoffwechselt werden, verbleiben daher an der Hautoberfläche. Dadurch wird der hauteigene Mechanismus der Rückfettung unterdrückt und ein ständiges Nachcremen nötig. Beim Kauf von Hautpflegeprodukten sollten Sie daher auf die Kennzeichnung "rein pflanzlich" achten.

Unserer Haut als Spiegel der Seele
Konflikte und Belastungen, aber auch Wohlergehen und Spannkraft spiegeln sich an dieser sensiblen Grenzfläche. Nicht nur Stoffwechselstörungen werden auf der Haut sichtbar, sondern auch Nervosität oder psychischer Druck.

Juckende Haut geht oftmals mit Nervosität einher und triggert das Immunsystem,
welches dann mit entsprechenden Reizen antwortet.

Psychische Vorgänge spielen, vermittelt über die Nerven, eine besondere Rolle für das Erscheinungsbild der Haut. Umgekehrt stellen Störungen des Hautbildes, egal, ob sie von einer vorübergehenden Akne oder einer lebenslangen Neurodermitis herrühren, für die Betroffenen eine besondere psychische Belastung dar. Manche schämen sich und fühlen sich auch im übertragenen Sinne "unrein". Dass die Haut so sensibel auf seelische Vorgänge reagiert, hängt mit der Entwicklung des Embryos zusammen. Aus den drei Keimblättern, die nach der Befruchtung durch Zellteilung entstanden, entwickeln sich unterschiedliche Körperstrukturen, die jedoch ein Leben lang ihre gemeinsame Herkunft nicht verleugnen können und eng miteinander verbunden bleiben: Aus dem inneren Keimblatt (Entoderm) entwickeln sich beispielsweise die ableitenden Harnwege und die Leber. Das mittlere Keimblatt (Mesoderm) formt unter anderem Herz, Nieren und Muskeln. Das äußere Keimblatt (Ektoderm) bildet Sinnesorgane, das Nervensystem und die Haut aus.

Wegen dieser gemeinsamen Entstehungsgeschichte kann sich zum Beispiel Ekel in Hautreaktionen äußern – etwa, wenn der Anblick eines ungespülten Glases ausreicht, um eine Herpesinfektion auszulösen. Die Viren, die sich in den Nervenzellanhäufungen (Ganglien) aufhalten, bleiben so lange unauffällig, bis sie durch einen nervösen Reiz in die Haut transportiert werden und dort schmerzende Bläschen auslösen. Auch die Neurodermitis wird als eine Überreaktion auf Reize angesehen – dazu können auch seelische Krisen zählen. Sie strapazieren das Nerven- und Immunsystem derart, dass der Körper ähnlich wie bei einer Allergie, mit einer überschießenden Abwehrreaktion antwortet.

Natürliche Hautpflege mit Fetten und ätherischen Ölen
Als pflanzliche Fette für die Hautpflege haben sich Mandelöl, Olivenöl, Avocadoöl oder Hagebuttenkernöl bewährt, aber auch Sheabutter, Kokosfett oder Kakaobutter.

Gut geeignet sind hautpflegende ätherische Öle mit pilzhemmenden (antimykotischen) und bakterienhemmenden (bakterizieden) Eigenschaften, die sich leicht mit pflanzlichen Fetten verbinden und sich auf die Haut auftragen lassen.

Ein einfaches aber hautpflegendes Öl für die kalte Jahreszeit:
Fette Öle:
30 ml Mandelöl (hautpflegend und gut geeignet für alle Hauttypen)
20 ml Avocadoöl (hautpflegend, juckreizstillend, besonders geeignet für sehr trockene Haut)

Ätherische Öle:
4 Tropfen Zeder-Cedrus atlantica (juckreizlindernd)
3 Tropfen Palmarosa-Cymbopogon martinii (keimhemmend, stabilisiert das Immunsystem)
3 Tropfen Karottensamen-Daucus carota (hautzellregenerierend, entzündungshemmend)

Alle Zutaten in eine Glasflasche füllen, gut durchschütteln und am besten auf die noch feuchte Haut auftragen.

 




Natascha von Ganski
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